Anasayfa | Verbotenes/Erlaubtes

Ist eine Abtreibung (Schwangerschaftsabbruch) im Islam erlaubt?


YazdırEinem Freund senden
Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Ist eine Abtreibung (Schwangerschaftsabbruch) im Islam erlaubt?
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser


„Eine der segensreichsten Vorzüge unter euren Frauen ist es doch, das sie zum Kinderzeugen fähig sind.“, „Der Duft von Kindern (Babys) ist (entstammt) von den Paradiesdüften.“ „Ein gesegnetes Kind ist im Diesseits Licht (NUR) und im Jenseits ein Thronsessel.“ Mit solchen und ähnlichen Hadithen wird im Islam zur Elternschaft angespornt.

Unsere Religion gebührt dieser Thematik sehr viel an Bedeutung, so dass das Kind (befruchtete Eizelle), welches seit der Einnistung in der Gebärmutter bis hin zur Geburt immerwährenden Schutz genießt, wodurch auch den werdenden Eltern von Beginn an eine große Verantwortung und Verpflichtungen aufgebürdet sind.

Sofern kein überlebenswichtiger Grund vorhanden ist, darf nicht eigenmächtig und willkürlich der Reifeprozess des Embryos unterbrochen werden. Das bedeutet, dass der sich im Mutterleib entwickelnde Embryo nicht abgetrieben werden darf. Bodenlose Beweggründe vorweisen und aus fahrlässiger Bequemlichkeit einen Schwangerschaftsabbruch geltend machen ist absolut unislamisch und jenseits der Menschlichkeit. Der Islam bezeichnet solche Schandtaten als Mord am Menschen, weil das Embryo aus islamischer Sichtweise ebenfalls als menschliches Lebewesen zu betrachten und zu beschützen gilt. Folglich ist die Abtreibung Mord und die Abtreibenden sind Mörder.

Nachdem das Embryo lebendig geworden ist und sein Herz zu schlagen begonnen hat, ist es in diesem Zustand und danach als ein Menschenwesen akzeptiert, dessen Abtreibung gleich der Tötung eines ausgewachsenen Menschen gilt. Auch wenn das Embryo noch vor seinem ersten Herzschlag abgetrieben werden sollte, ist dies ein unermessliches Unrecht gegenüber dem Ungeborenen, dem dadurch das Recht auf Leben verwehrt wird, was ebenfalls eine große Verantwortlichkeit und Rechenschaft verlangen wird. Ömer Nasuhi Bilmen, einer der renommiertesten Islamischen Religionsgelehrten, bezeichnet die eigene Schönheit gedenkenden und diese fatale Fehler verübenden Frauen wie folgt:

„Mit dem Wunsch die in ihrer Jugend erlangte Schönheit und Frische zu bewahren, entwickeln sie sich zu Menschen mit dem Wesen einer Bestie, die diese Mordtat begehen. Gibt es denn etwa irgendeinen Unterschied zwischen solchen kaltherzigen (steinherzigen) Eltern und Raubtieren, die ihr neugeborenes bei lebendigem Leibe auffressen?

Eltern, die ohne eine Anlehnung an gerechtfertigte Gründe das ungeborene Kind abtreiben, werden im Islam mit der Ächtung bestraft. Diese so genannten „gerechtfertigten Gründe“ sind im Islam definiert und berechtigen Eltern in tatsächlichen Notsituationen eine Abtreibung auszuführen. Das Nachschlagewerk „Istilahat-i Fikhiyye Kamus“ von Ömer Nasuhi Bilmen als Grundlage nehmend können wir zu diesem Thema zusammenfassend folgende Informationen angeben:

Es ist sichergestellt, dass aufgrund einer Notsituation und einer gerechtfertigten Entschuldigungen Embryos abgetrieben werden dürfen, ohne das diese Tat als Mord deklariert wird und ohne das die Abtreibenden zur Rechenschaft gezogen werden, weder substantiell noch immateriell. Zum Beispiel:

Aufgrund einer für die Mutter tödlich Endenden schweren Erkrankung des Embryos, wodurch das Ableben der Mutter eintreffen würde, ist eine Abtreibung zulässig. In solchen Fällen hat das Leben der Mutter Vorrang und das Embryo kann nach intensiven medizinischen Untersuchungen und ärztlichem Ermessen abgetrieben werden.

Ein weiterer nennenswerter Aspekt ist der Folgende:
Eine Frau, die bereits ein (ihr) Kind stillt und erneut Schwanger geworden ist, bei der sich allmählich die Muttermilch einstellt, bzw. verändert, wodurch das noch zu stillende Kind der Gefahr ausgesetzt ist zu hungern und Ungesättigt zu bleiben und wo die Eltern keine finanziellen oder materiellen Möglichkeiten besitzen eine Amme in Anspruch zu nehmen, wodurch wiederum folglich das noch zu stillende Kind möglicherweise erkranken und versterben könnte (wo die Todesgefahr wahrscheinlicher wird), dann ist eine Abtreibung legitim. Denn in Angesicht einer solchen Situation ist das Embryo als ein Fleischklumpen zu betrachten und nicht als menschliches Lebewesen zu bewerten, wohingegen das gegenwärtige Kind im Vergleich zum Embryo ein Vollentwickelter und lebendiger Mensch ist und als solches sein Überleben Vorrang hat. (Istilahat-i Fikhiyye Kamusu,3: 145-149. ) Im Falle einer Abtreibung sollte diese für die Mutter möglichst unkompliziert und ohne Beeinträchtigung (Schadenfrei) verlaufen und keine nachhaltigen Beschwerden hinterlassen. Hierbei gilt es die Fruchtbarkeit der Frau zu wahren und nicht zu beschädigen, so dass sie weiterhin fortpflanzungsfähig ist.

Des Weiteren ändert sich die Situation mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft und der Weiterentwicklung des Embryos. Ist das Embryo zu einem Mini-Menschen ausgereift, dessen Herz bereits schlägt, was bereits ab der fünften Schwangerschaftswoche der Fall sein kann, ist die Legitimität der Abtreibung sehr stark eingeschränkt. Nach dem islamischen Gelehrten Imam Gazali und einigen anderen malikitischen Rechtsgelehrten ist selbst das frühe Abtreiben kurz nach der Befruchtung strengstens Verboten, wenn keine außerordentlichen Rechtfertigungsgründe vorzuweisen sind.
Einigen anderen islamischen Rechtsgelehrten zufolge kann binnen der ersten 42 Tage der Schwangerschaft abgetrieben werden, sofern gerechtfertigte Gründe vorliegen. Die 42 Tage sind an eine Überlieferung von Muslim angelehnt, in der verkündet ist, dass nach 42 Tagen der Allgnädige Allah ein Engel absendet, welcher dem Embryo gestalt gibt, Ohren und Augen anfertigt. Das bedeutet, dass sich das Embryo eben ab dann in der Entwicklungsphase (zum Menschen) befindet und daher eine Abtreibung unzulässig ist. (Halil GÜNENÇ, Günümüz Meselelerine Fetvalar II. 326)
„Beim Embryo beginnt sich in der 6. Woche allmählich die Wirbelsäule zu bilden. Kopf und Rumpf beginnen Form anzunehmen. Das Neuralrohr, aus dem Gehirn und Rückenmark entstehen, schließt sich. In der 7. Woche sind kleine Knospen zu erkennen, aus denen sich später die Gliedmaßen entwickeln. In der 8. Woche beginnen sich Finger und Gesichtszüge auszubilden. Allmählich werden alle Organe und Organsysteme angelegt. Etwa ab der fünften Woche p.c. (7. SSW) kann die Herzaktivität im Ultraschall nachgewiesen werden. Der Embryo misst jetzt ca. 4–8 mm (Scheitel-Steiß-Länge). In der 8. SSW misst er 9-15 mm], sein Herz schlägt 140- bis 150-mal in der Minute.“  (Quelle: Wikipedia)
Nach dem dieser Zeitraum passiert ist, so ist auch damit die Frist abgelaufen und eine Abtreibung ist absolut unzulässig. Denn nachdem alle Organe und Organsysteme nachweislich angelegt sind erlangt das Embryo den Status Mensch und genießt sämtliche Rechte wie ein ausgewachsener Mensch, mitunter das Recht auf Leben. Eine Abtreibung ab diesem Zeitfenster kommt der Ermordung eines bereits geborenen und heranwachsenden Menschen gleich.

In Angesicht der Tatsache, dass wir hier und heute in einem der modernsten Ländern der Welt leben, wo die medizinische als auch existenzielle Versorgung mitunter weltweit am besten gewährleistet ist entfallen somit die oben erwähnten gerechtfertigten Gründe für eine Abtreibung. Denn heutzutage sind (Gott sei Dank) die Neugeborenen nicht wie Früher ausnahmslos von der Muttermilch abhängig. Man kann sie bedenkenlos mit alternativer künstlicher Muttermilch versorgen. Selbst die Ausrede, dass das Kind Geld kostet ist behoben, da es zumindest in Deutschland das Elterngeld und immerhin sogar mindestens bis zum 18. Lebensjahr eines jeden Kindes das so genannte Kindergeld gibt. Somit ist eine Grundversorgung für jedes Neugeboren staatlich gewährleistet. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Verhütungsmitteln, die bei einer optimalen Handhabung eine mögliche Schwangerschaft von vornherein unterbinden und einen Menschen erst gar nicht in solche Situationen bringen. Darüber hinaus ist der uneheliche Geschlechtsverkehr verboten, was bei Einhaltung dieses Gebotes, den Gläubigen vor so fatalen Fehlern und Sünden bewahrt.

Abtreibungsstatistik für das erste Quartal 2008 erschienen Das Statistische Bundesamt gab am 11. Juni die Abtreibungszahlen für das erste Quartal 2008 bekannt: 30.600 in den Monaten Januar, Februar und März.(Quelle: http://www.aktionkig.de/nachrichten/news_neu_150.html)

Allgemeine Aussagen zur Abtreibung:
Die nachstehenden statistischen Werte sind ein Auszug einer Untersuchung, welche im Internet unter www.afterabortion.org/Survey2.htm nachgesehen werden kann Übersetzt entnommen der Buchausgabe 2005.
45% aller Frauen, die einer Abtreibung zustimmen, wiederholen das Thema Abtreibung ein zweites, drittes, viertes ...Mal
94% bedauerten, die Abtreibung durchgeführt zu haben
87% waren sich im Nachhinein sicher, dass sie mit der Abtreibung eine falsche Entscheidung getroffen hatten
60% sagten: "Meine Entscheidung zur Abtreibung stimmte mit meiner früheren Überzeugung nicht überein. Ich fühlte, dass ich mit meiner Entscheidung meine eigenen Gefühle betrog."
72% gaben an: "Meine Entscheidung abzutreiben, hat mich in eine Agonie versetzt."
72% bekräftigten: "Ich habe meine Abtreibung sehr deutlich in Erinnerung."

Aussagen über den Gefühlszustand:
93% hatten Schuldgefühle, 88% eine Depression, 81% fühlten Zorn, 84% Kummer, 75% Bitterkeit, 85% Reue, 74% Verzweiflung, 91% Verurteilten sich selbst, 83% fühlten sich einsam, 73% hoffnungslos, 81% ängstlich, 67% in ständiger krankhafter Alarmbereitschaft.
63% der Frauen, die abgetrieben haben, versuchten ihre mit der Abtreibung verbundenen Gefühle zu unterdrücken. Trotz dieser angestrengten Versuche sind nur knapp 3% davon überzeugt, das ihre Entscheidung zur Abtreibung richtig war.
28% versuchten Suizid
7% empfanden Glück, Erleichterung

Aussagen über Verhaltensänderungen:
66% beendeten die Beziehung mit ihrem Sexualpartner nach der Abtreibung
43% wechselten ab diesem Zeitpunkt Schneller und häufiger ihren Partner
58% der Betroffenen verloren die Freude am Geschlechtsverkehr

Statistisches Bundesamt Deutschland: 32 600 Schwangerschaftsabbrüche im zweiten Quartal 2004
Im zweiten Quartal 2004 wurden in Deutschland rund 32 600 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet und damit etwa 400 (+ 1,3%) mehr als im zweiten Quartal 2003 (32 200). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, war rund die Hälfte der Frauen zum Zeitpunkt des Eingriffs ledig, 43% waren verheiratet.
Knapp drei Viertel (71%) der Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen ließen, waren zwischen 18 und 35 Jahre alt, rund 6% waren minderjährig sowie etwa 7% 40 Jahre und älter. 40% der Schwangeren hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt…. (Quelle: http://www.abtreibungs-statistik.info.ms/)


Selam & Dua

Fragenandenislam - Team


Share this