Anasayfa | Propheten

Ist das Sündigen von Adam im Himmel kein Verstoß gegen das Prinzip der Sündlosigkeit der Propheten?


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Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Bekanntermaßen haben wir auch im Islam die Erzählung von Adam und Eva. Sie haben trotz des Verbotes vom Baum der Sünde gegessen. In manchen Stellen des Korans werden sie sogar dafür quasi beschuldigt. Wie ist das damit vereinbar, dass Propheten sündlos und unfehlbar sind?
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Die Gelehrten haben sich darüber gestritten, ob das Übertreten des göttlichen Befehls seitens Hz. Ādam, vom verbotenem Baum fern zu bleiben, einer Auflehnung gegen Gott und damit einer schweren Sünde gleichkommt. Diese Diskussion entsteht ferner insbesondere durch die koranische Wortwahl (Sura Taha 115/121). Im 121. Vers dieser Sure wird geschildert, dass Hz. Ādam und Hz. Ḥawwā sich vom Teufel täuschen ließen und von der Frucht des verbotenen Baumes aßen. Daraufhin wird gesagt, "Ādam hat sich aufgelehnt und ist vom Weg abgekommen." Das Wort "auflehnen" hat laut dem Gelehrten Zamaḫšarī nicht die Bedeutung inne, dass hier eine große Sünde getätigt wurde. Er hat einen kleinen Fehler getätigt, hierfür gibt es den Begriff "Zalla". Die Verwendung des Wortes "auflehnen" trägt eine warnende Funktion. Damit wird ausgedrückt "von den großen Sünden mal abgesehen, hütet euch selbst vor den größten Fehlern!". (vgl. Zemahşerî. II/557).

Um die koranischen Verse besser zu verstehen, müsste man zunächst die anderen Verse, die mit dem erst gelesenen Vers Berührungspunkte haben lesen und sie hinzuziehen. Letztendlich wird in einer anderen Stelle, in der die Sachlage erklärt wird, beschrieben, dass Hz. Ādam dies nicht bewusst getan hat sondern aus Vergesslichkeit. (Sura Taha 115)
Die Gelehrten haben den Wortlaut im 115. Vers dahingehend gedeutet, dass Hz. Ādam sich dem Baum nicht mit der Intention der Sünde, sondern im Moment der Vergesslichkeit genähert hat (vgl. Râzî, XXII/1271.).

Außerdem ereignet sich nach den Gelehrten all dies im Himmel, also noch bevor Hz. Ādam die Prophetie erhielt. Damals gab es weder eine Umma noch eine Gemeinde. Mit der Reue und der Buße Hz. Ādams, wurde ihm sein Fehler im Moment der Vergesslichkeit von Gott vergeben und als er auf die Welt kam, wurde ihm die Prophetie gegeben. Somit ist er der erste Mensch, Vater und Prophet geworden.

Da flüsterte ihnen der Satan ein, um ihnen offen zu zeigen, was ihnen von ihrer Blöße verborgen war. Und er sagte: "Unser Herr hat euch diesen Baum nur verboten, damit ihr nicht Engel werdet oder zu den Ewiglebenden gehört." Und er schwor ihnen: "Ich gehöre wahrlich zu denjenigen, die euch guten Rat geben." So verführte er sie trügerisch. Als sie dann von dem Baum gekostet hatten, zeigte sich ihnen ihre Blöße offenkundig, und sie begannen, Blätter des (Paradies)gartens auf sich zusammenzuheften. Und ihr Herr rief ihnen zu: "Habe Ich euch nicht jenen Baum verboten und euch gesagt: Der Satan ist euch ein deutlicher Feind? (Sura al-Aʿrāf 20-22)

Sie sagten: »Unser Herr, wir haben uns selbst Unrecht getan. Und wenn Du uns nicht vergibst und dich unser erbarmst, werden wir bestimmt zu den Verlierern gehören.« (Sura al-Aʿrāf 23)

Dann erwählte ihn sein Herr, und Er wandte sich ihm zu und leitete (ihn) recht. (Sura Taha 122)

Im Grunde genommen sind diese Erlebnisse von Hz. Ādam und seiner Gattin wie die Zusammenfassung des menschlichen Lebens auf Erden. Sie wurden vom Teufel in die Irre geleitet, sie haben reumütig Buße getan und ihnen wurde vergeben.So kann man sich angelehnt an diese Geschehnisse denken, wenn wir bei unseren Fehlern genau wie Hz. Ādam unseren Irrweg erkennen und mit Reue Buße tun, diese Fehler dann auch Verzeihung bei Gott finden werden und dass die Institution der Barmherzigkeit Gottes immer dem Menschen offen stehen wird. So kann der Mensch zur Wahre Größe und Vollkommenheit gelangen, wie unser erster Prophet Hz. Ādam.

 

Selam & Dua

Fragenandenislam - Team

 

 

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