Anasayfa

Wie der Islam die Natur und Umwelt wahrt


Nach dem Ideal des Islams ist der Mensch nicht "Herr" über der Schöpfung, die Schöpfung ist ihm auch kein Geschenk in dem Sinne. Alles von Gott Geschaffene, dient auf seine besondere Art dem Willen des Schöpfers und das was der Mensch nutzt ist ihm lediglich anvertraut. Der Unterschied ist dabei, dass der Herr frei über seinen Besitz verfügen kann, während der, dem etwas anvertraut wurde, sehr behutsam damit umgehen muss, bis der wahre Besitzer wieder zurückkehrt. Dem Menschen wurde also sein Leben, sein Leib und seine Umwelt zur Nutzung gegeben, aber sie gehört ihm nicht. Bei ihrem Schöpfer haben all diese Dinge also ihren wahren Besitzer und wir müssen dies beachten. Wir dürfen die Dinge also nur so weit nutzen, wie der Besitzer der Schöpfung dies erlaubt und darüber hinaus müssen wir möglichst behutsam damit umgehen. Es ist dieser Geist, der einen Muslim hellhörig und wachsam für seine Umwelt macht, so hebt der fromme Muslim ein Stück Brot vom Straßenrand auf, damit keiner darauf tritt, er schmeißt seinen Müll nicht einfach auf die Straße und er versucht ein krankes und obdachloses Tier auf der Straße gesund zu pflegen, damit es nicht unter seinem Leiden stirbt. Dem frommen Muslim ist es also nicht erlaubt, das ihm von Gott Anvertraute auszubeuten und es schamlos für sich arbeiten zu lassen. Leider hat der Mensch in der Moderne die Neigung entwickelt, Herrschaft über alles zu beanspruchen, was sich nicht effektiv gegen ihn wehrt. Im islamischen Glauben sind die zwei wohl ausgeprägtesten Namen/Eigenschaften Gottes die Barmherzigkeit und die Gerechtigkeit. Diese Eigenschaften durchströmen quasi die gesamte Schöpfung. Der Mensch sollte nach diesem Ideal auch immer mit Barmherzigkeit und Gerechtigkeit walten und handeln. Dazu kommt auch, dass dem Mensch die Aufgabe gegeben wurde die Schöpfung zu hüten und zu wahren (Vgl. 95/4; 15/29; 2/34; 2/30; 2/29; 22/65; 31/20; 16/5, 40/79; 43/12; 11/61; 33/72; 59/21). Als Schöpfung Gottes haben Tiere auch ihre Rechte, die der Mensch beachten muss. Dafür gibt es diverse Textbelege, nachdem der Mensch schonhaft mit Tieren umgehen soll und ihre Rechte beachten soll (Vgl. Ebû Dâvûd, Cihad, 44, 55). Es wird darauf hingewiesen, dass die Tiere auch zur Gemeinde Gottes gehören (Vgl. 6/38), daher empfiehlt der Prophet (s.a.s.) harmlose Tiere wie Hunde (Vgl. Ebû Dâvûd, Edâhî, 22; Tirmizî,Sayd, 16-17; Nesâî, Sayd, 10) und Ameisen nicht zu töten (Vgl. Müslim, Selam, 148). Denn alles in der Schöpfung huldigt auf seine Art Gott (Vgl. 57/1; 59/1, 24; 61/1; 62/1; 64/1) und Tiere gehören eben auch dazu (Vgl. 6/38; 16/49; 17/44; 22/18; 24/41). Der Qurʾān spricht von der makellosen und faszinierenden Schöpfung Gottes und dabei werden auch Tiere explizit erwähnt, manche Suren haben den Namen eines Tieres als Titel. Woher nehmen wir uns also das Recht die Tiere von ihren Pflichten und Gottesdiensten abzuhalten, indem wir sie massenweise in lächerlich kleine Käfige sperren und sie für unseren Gaumen quälen? Das islamische Prinzip sieht es in dem Sinne nicht vor, Tiere zu töten. Aus einer Überlieferung entnehmen wir, dass im Jenseits und im Gericht, jedes Lebewesen sein Recht erstattet bekommt (Vgl. Mecmau’z-zevaid, 10/352; Elmalılı Hamdi Yazır. Hak Dini Kur'an Dili, VIII/5599). Dies sind alles also Gesichtspunkte, die ein Muslim beachten muss, sofern er auf ein Tier trifft. Insbesondere in der Moderne, wo Produkte und Lebensmittel in großen Massen produziert werden, kommen diese Werte schnell abhanden. Dabei können wir aus islamischer Sicht es nicht gutheißen oder als erlaubt deklarieren, wenn Tiere in eine für ihre Art ungerechte Weise gehalten werden. Das ist Tierquälerei und dies wird sogar schlimmer angesehen, als ein Übertritt gegenüber einen anderen Menschen. Man kann nämlich bei einem Tier nicht Buße tun bzw. das Tier um Verzeihung bitten und somit seinen Fehler einräumen (Vgl. Muhammed Said Burhani, et-Ta'likat el-Merdiyye ala el- Hediyyetilalaiyye S.466). Alles in der Schöpfung hat zwar seinen Platz, aber auch seine Funktion und seine Balance. Von den Sternen bis hin zu den Pflanzen hat jede Schöpfung eine Funktion und diese Balance muss gewahrt bleiben (Vgl. 55/1-8). Dabei ist es den Lebewesen auch gestattet einander zu helfen und auch einander von Nutzen zu sein. So bleibt nichts ohne Nutzen, selbst die Kadaver verstorbener Tiere sind noch Nahrung für andere Tiere. Somit hat jedes Lebewesen auch eine ihm besondere Aufgabe. So gibt es auch manche Tiere, die dem Menschen bei seiner Arbeit behilflich sein können und ihm Nahrung spenden können. In diesem Rahmen bewegt sich der fromme Muslim, wenn es darum geht Tiere zu halten oder zu schlachten. Er holt sich Hilfe bei den Tieren, nur so sehr, wie es für ihn nötig ist. Er geht darüber nicht hinaus und handelt in den Grenzen, die von Gott gesetzt sind. Aus islamischer Sicht kann man also nicht erklären, dass Tiere des Sports wegen gejagt und ausgeweidet werden, um sie über den Kamin zu hängen, man kann auch nicht erklären, dass exotische Tiere in für sie unnatürlichen häuslichen Umgebungen eingeengt und als Streicheltier gehalten werden. Die meisten der Tiere erfüllen auch anderweitige und für die ökologische Stabilität sehr wichtige Funktionen, sie handeln sozusagen wie die Beamten Gottes.

Es gibt aber Fälle in denen ein Tier geschlachtet werden darf; wenn sie der Umwelt schaden, Notwehr, wenn das Gemeindewesen bedroht ist, wenn das Tier zu krank ist, aus Notwendigkeit und zu rituellen Zwecken. Der Islam befiehlt uns als behutsam mit allen Lebewesen umzugehen und sie primär als Schöpfung Gottes mit Respekt und Führsorge zu behandeln. Dass der Mensch dabei manche Tiere nutzen darf und auch essen darf, gibt ihm eben nicht freie Gewalt über sie. Die Tiere eilen letztendlich unter dem Willen Gottes dem Menschen zur Hilfe. Man muss also zwischen der Nutzung der Tiere im Rahmen der Erlaubnis Gottes und der Nutzung der Tiere aus komplett eigenen Motiven unterscheiden. Das Opferfest ist dabei ein schönes Beispiel. Denn hier wird auf den Befehl Gottes hin ein Tier geschlachtet, es begründet also einen Gottesdienst aber dazu kommt auch noch, dass ein Großteil des Fleisches an Bedürftige gespendet werden. So erfreuen sich auch die anderen Menschen an den Gnadengaben Gottes in Form dieses Tieres. Die Gebote Gottes sind also voller Barmherzigkeit, aber auch voller Weisheit und Gerechtigkeit. Sofern man sich diese Aspekte unserer Religion zu Herzen nimmt wird man weniger konsumieren und verbrauchen, aber dafür wird die Umwelt und Natur geschont und im Jenseits werden es vielleicht auch gerade diese Lebewesen sein, die für uns Zeugnis leisten.